Die Gedankenspirale und wie du ihr entkommst 

Du bist schon mit dem falschen Fuss aufgestanden, ärgerst dich im Verkehr, nervst dich über das schreiende Kind in der Bahn, im Büro angekommen ist die Kaffeemaschine defekt und so weiter... „Na klar, muss ja heute so sein, kann ja gar nicht anders“...

 

Du hast dich auf dieses Genervtsein eingestellt, suhlst dich unbewusst vielleicht sogar darin. Und du glaubst, dass es heute sowieso nicht mehr besser wird: quasi ein „Streich-Tag“. Dieses Phänomen nenne ich die Negativ- oder Gedankenspirale, die dich kontinuierlich runterzieht.

Für mich spielt hier ein wichtiges Thema mit, auf das ich immer wieder zu sprechen komme: die Achtsamkeit. Sei achtsam gegenüber deinen Gedanken und Gefühlen. Bewerte sie nicht, aber beobachte sie und realisiere, wenn du dich in einer solche Gedankenspirale endlos zu drehen beginnst.

 

Du selbst hast es in der Hand, was du denkst und wie du dich fühlst. Es sind nicht deine Gedanken, die dich bestimmen und dich wie ein Boot auf den Wellen deiner Emotionen schaukeln. Du bist der Kapitän deines Bootes und deines Lebens. Daher ist die Achtsamkeit so wichtig. Nur wenn du realisierst, dass du jetzt gerade in einen Strudel zu geraten drohst, kannst du auch etwas dagegen tun. Du selbst kannst es ändern, jederzeit, wie toll ist das!?

Hier mein Tipp:

 

Zuerst mal: Ärgere dich nicht! Früher, wenn ich mir solcher negativer Gedanken bewusst geworden bin, habe ich mich über mich selbst geärgert, dass ich in Gedanken nur motze, stinkig bin, anstatt den Tag zu geniessen. Das hat es natürlich nicht besser gemacht ;-)
Daher, sei ein bisschen lieb und nachsichtig mit dir. Denn der erste Schritt ist ja schon getan, du hast deine Gedankenspirale erkannt: gratuliere!

 

Mir persönlich hat folgendes Bild geholfen: Ich mag das Tauchen im Meer und mit dem Wasser ist es ähnlich wie mit deinen Gefühlen. An der Meeresoberfläche wogen die Wellen, insbesondere bei schlechtem Wetter. Es ist ein heftiges Auf und Ab. Lässt du dich wie ein Taucher tiefer sinken, lässt du die Wellen bald hinter dir. Du beginnst, die tiefer liegenden Strömungen des Meeres zu spüren.

 

Das ist wie mit deinen Emotionen. Was liegt hinter deiner miesen Laune, der aufbrausenden Wut oder dem tiefen Verletztsein? Schau und spüre einmal genau hin, sei ganz ehrlich mit dir selbst. Denn unsere heftigen Emotionen sind immer Ausdruck von etwas Tieferliegendem. Welche „Meeresströmung“ liegt hinter deinen hohen Wellen? Sei auch hier achtsam und ohne Urteil über dich selbst.    

Nun sinke noch tiefer, ganz hinunter auf den Meeresgrund, ganz hinein in dich selbst. Spürst du die absolute Stille? Keine Wellen, keine Strömungen, nur tiefe Ruhe und Entspannung. Diesen Zustand musst du nicht willentlich erschaffen. Er ist bereits in dir drin, immer da, du brauchst dich nur hinein sinken zu lassen.

 

Wenn du das nächste Mal in die Gedankenspirale zu rutschen drohst, erinnere dich an den Taucher und lass dich nicht in den Strudel hineinziehen, sondern sinke in deine eigene Ruhe und Gelassenheit und lasse die Wellen an der Oberfläche toben. Jeder Sturm zieht früher oder später vorbei ;-)

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Kommentare: 1
  • #1

    Sandra (Freitag, 05 Februar 2016 11:54)

    Ich empfinde es genau so. Das Bild mit dem Meer und dem Taucher finde ich eine sehr schöne Metapher.