Bunter Hund oder graue maus? eine Liebeserklärung an dich

Bildquelle: habsch vergessen *upala*  / pixelio.de
Bildquelle: habsch vergessen *upala* / pixelio.de

Früher wollte ich sein wie alle anderen. Bloss nicht auffallen. Dieselben Kleider tragen wie meine Freundinnen, mich genau wie alle Mädchen für Pferde interessieren (als sportlich nicht sonderlich talentierter Mensch war Voltigieren dann doch eine Herausforderung ;-) ) und tuschelnd über Jungs kichern.

 

Dann habe ich mich im Anderssein gesuhlt und alles verabscheut, was 08/15 war. Meine Schwarz-Phase hat intensiv eingesetzt: Klamotten, Haare, Möbel... Ein Lächeln war mir kaum mehr zu entringen (vielleicht auch wegen der Zahnspange) und ich habe mich für Okkultes interessiert.


Ja, ich musste mich öfters über die Extreme erfahren, bevor ich – nein, nicht zwingend den Mittelweg, aber – meinen Weg gefunden habe.

Mehr und mehr habe ich gelernt, auf mein Herz zu hören, meiner Intuition zu vertrauen und zu spüren, was ICH will – ganz unabhängig davon, ob das nun total normal oder komplett unkonventionell ist. Allgemein mag ich die „Schubladisiererei“ so gar nicht. Vielleicht, weil ich nach wie vor selbst in keine passe? Oder in viel zu viele?

 

Mal ehrlich, leben heisst, sich zu verändern. Manchmal in Kleinigkeiten, manchmal ziemlich radikal. Das braucht Mut, ist öfters unbequem, du fühlst dich vielleicht auch mal wie ein kleines Boot auf hoher See, aber du lebst! Wie heisst es so schön: Du bist kein Baum, wenn dir nicht passt, wo du stehst, dann beweg dich.

Sei stolz auf den Weg, den du bereits zurückgelegt hast. Bildquelle: Astrid Götze-Happe / pixelio.de
Sei stolz auf den Weg, den du bereits zurückgelegt hast. Bildquelle: Astrid Götze-Happe / pixelio.de

Die Freiheit und Selbstbestimmtheit, mein Leben so zu gestalten, wie ich es möchte, empfinde ich als Geschenk, das man nicht verschwenden sollte. Abgesehen davon, dass ich es ganz spannend finde, meine eigenen Veränderungen zu beobachten, manchmal über mich zu schmunzeln, wenn ich glaubte endlich DIE Wahrheit gefunden zu haben, aber auch stolz auf mich zu sein. Man sollte dann und wann zurückblicken, um anzuerkennen, welchen Weg man bereits gemeistert und welche Veränderungen man durchlaufen hat.

 

Wenn ich jedoch immer nur damit beschäftigt bin, die passende Schublade für mich oder meine Mitmenschen zu finden, verpasse ich es, mich und meine Mitmenschen wirklich zu „sehen“. Ich meine damit ganz im Sinne von „Avatar“, dem Film von James Cameron. Mehr als mit den Augen, sondern auch mit dem Geist, mit einem offenen Herzen und damit den gesamten Menschen in seiner ganz persönlichen Einzigartigkeit.

 

Also: Egal wie crazy oder – wie man bei uns in der Schweiz sagt – „füdlibürgerisch“ du bist: Du bist ganz genau richtig, so wie du hier und jetzt bist!


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