Wenn die Berufung zum Stress wird – Teil 1

Wenn wir zum ersten Mal die Stimme unserer Berufung hören, kann das ganz schön verunsichernd sein. Plötzlich fühlt sich das, was wir sind und haben nicht mehr gut genug an. Als würde etwas fehlen. Als würden wir etwas verpassen. Wir spüren, da ist etwas, das raus will, aber wir haben keine Ahnung, was es ist und wie wir es auf die Welt bringen.

 

Kommt dir das bekannt vor? Dann freue dich, du bist auf dem Weg ;-)    

Am Anfang dieses Prozesses war ich komplett planlos. Gehetzt bin ich dieser inneren Stimme gefolgt, nur mit dem Ziel vor Augen und dem Wunsch, den Weg dahin möglichst schnell hinter mich zu bringen. Ich verrate dir gleich, dass ich mit dieser Strategie nicht besonders erfolgreich war ;-)

 

Egal welchen Job, welche Ausbildung oder welches neue Hobby ich ausprobiert habe, es hat sich nie wirklich richtig angefühlt und nach kurzer Zeit hat es mich bereits weitergezogen. Das war eine nervenaufreibende Zeit mit viel Unsicherheit, begleitet von dieser inneren Unruhe und dem Gefühl, nicht gut genug zu sein. Verzweifelt habe ich mich nebst meiner Suche an meiner akademischen Laufbahn festgehalten. Wenn auch nicht ganz erfüllend, so war es doch ein Halt in meinem Leben.

 

Als ich mich dann entschied, meine Dissertation nicht zu vollenden, stand ich von einer Sekunde auf die andere ohne Plan, ohne Ziel und komplett orientierungslos da. Es hat mir radikal den Boden unter den Füssen weggezogen. Ich, die immer ein Ziel hatte, einen klaren Weg, stand plötzlich vor den Scherben meiner beruflichen Wünsche. So herausfordernd dieses innere Erdbeben und die Leere auch waren, endlich entstand Platz und Stille für meine wahre Berufung.

 

Ich habe begonnen, mit meinem ersten Business Coach zu arbeiten und mich gezielt auf die Suche nach meiner Aufgabe zu machen. Wie eine Zwiebel habe ich Schicht für Schicht meine Talente und Stärken herausgeschält und ein Gespür dafür bekommen, in welche Richtung es gehen könnte. Doch wer stand mir da frischfröhlich im Weg? Meine Ungeduld! ;-) (Vielleicht hilft dir mein Video dazu :-) Es ging mir alles nicht schnell genug, es war nicht klar genug und ich habe mich total unter Druck gesetzt. Ich spürte mein „Baby“ in mir reifen und wollte einfach nur noch, dass es zur Welt kommt. Aber so läuft das nicht – weder mit einer richtigen Geburt, noch mit der Geburt deiner Berufung.

Denn alles folgt dem Rhythmus der Natur. Und das Beruhigende daran? Egal an welcher Stelle du in deinem Prozess stehst, an welchem Ort auf deinem Weg: Es ist genau richtig! Die Dinge und Menschen kommen zur richtigen Zeit zu dir. Was du tun kannst, ist mit Hingabe, Liebe und Geduld dranzubleiben. Der Bauer kann sein Korn auch nicht direkt aus dem Samen herausziehen. Er kann ihn nur anpflanzen, ihn pflegen und nähren. Das Wachstum muss er der Natur überlassen.

Dein nächster Schritt geschieht dann, wenn du dazu bereit bist. Lass dich auf diese Suche und vor allem auf den Weg ein. Sei neugierig auf diesem Weg, nimm seine Geschenke an und erkenne, wie viele Prozesse du bewältigst, wie viele Hürden du meisterst und wie sehr du mit deiner Berufung zusammen wächst. Und wie der Bauer im Herbst, darfst auch du der Natur vertrauen, dass du ernten wirst, wenn die Zeit reif ist.

 

Ich wünsche dir viel Geduld und Hingabe.

 

Herzlich, Nadine

 

Als Hilfestellung habe ich den Berufungs-Kompass kreiert. Eine Meditation plus Fragebogen, die dich auf die Spur deiner Berufung schicken. Bist du bereit? ;-)

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Urs (Freitag, 07 Juli 2017 15:49)

    Hoi Nadine.
    I fröjämi uf di erscht Blog!
    D Anitta u ig wünschä Dir viu Glück mit Dim Magazin!
    Dis Mammi het üs mit feinäm Gebäck u Kafi verwöhnt.
    Bis demnächscht.
    Liäbi Grüäss
    Anitta u Urs