Beisst du die Zähne zusammen?

Und ich meine diese Frage wortwörtlich. Vielleicht gehörst du auch zu den Menschen, die eine sexy Beissschiene tragen, weil sie mit den Zähnen knirschen? Oder du knirschst ganz ohne Schiene und vielleicht sogar ohne, dass du es dir bewusst bist. Einige machen das tagsüber, andere nachts.

 

Zähneknirschen (Bruxismus) ist eine „Volkskrankheit“, unter der sehr viele Menschen leiden. Es ist nicht im eigentlichen Sinn eine Krankheit, weshalb sich viele auch nicht besonders darum kümmern. Zumindest am Anfang. Doch Zähneknirschen über längere Zeit kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Und für mich sind Symptome, unter denen viele Menschen leiden, die eine Art „Volkskrankheit“ sind, immer auch gesellschaftliche Symptome: Worunter leidet unsere Gesellschaft?

Nein, das wird kein Zahnarzt-Blog

Weshalb ich plötzlich ein solches Interesse an Zähnen habe? Ich bin selber ein Zähneknirscher. Nicht nachts und längst nicht mehr so stark wie früher, aber ganz aufgehört habe ich damit noch nicht. Sobald eine stressige Zeit ansteht, knirsche ich vermehrt mit den Zähnen.

 

Wir haben schliesslich gelernt, dass man schon mal die Zähne zusammenbeissen muss. Das kann tatsächlich nützlich sein, wenn ich beispielsweise im Endspurt für ein Projekt bin, einen Abgabetermin habe oder auf ein Sportevent trainiere, das einiges von mir abverlangt. Dann jedoch im übertragenen Sinn, im Sinn von durchhalten, nicht aufgeben!

 

Weisst du, wie oft du selber die Zähne zusammenbeisst (wortwörtlich und im übertragenen Sinn)? Die Zähne zusammen beissen bedeutet für mich, dass ich mich zwingen muss, etwas zu tun, noch länger durchzuhalten, obwohl sich alles in mir sträubt, enorm viel Kraft aufwenden, obwohl ich nur noch müde bin.

Was Zähneknirschen für Auswirkungen hat

Wir brauchen unsere Zähne nur etwa eine Stunde am Tag zum Essen und sollten unsere Zähne nur zusätzliche 20 Minuten pro Tag aufeinander legen. Wenn deine Kiefermuskeln entspannt sind, berühren sich deine Zähne nämlich nicht. Das tun sie nur, wenn du sie bewusst oder unbewusst zusammen beisst. Und dies mit enormer Kraft in der Grössenordnung von deinem eigenen Körpergewicht! Du kannst dir also auch wenn du sehr schlank bist vorstellen, welchen Kräften deine Zähne, Muskeln und Nerven da ausgesetzt sind.

 

Dementsprechend kann häufiges oder längeres Zähneknirschen auch zu folgenden Beschwerden führen:

  • Morgens Ziehen in den Zähnen oder verspannte Kiefermuskeln
  • Zahn- und Kieferschmerzen (bis hin zu Ohren-, Nacken und Kopfschmerzen)
  • Beschädigte Zähne und Zahnfleisch
  • Empfindliche Nerven (kalte und warme Getränke)
  • Zungen-/Backenbeissen

Es geht mir nicht darum, Horrorszenarien aufzuzeigen, sondern darum, dich fürs Zähneknirschen zu sensibilisieren. Wenn wir keinen Partner haben, der unser nächtliches Zähneknirschen hört, erkennen wir es oft nur an oben genannten Symptomen. Auch wenn wir tagsüber knirschen, weil wir sehr konzentriert an einer Arbeit sind, bemerken wir es häufig nicht.

Jeden ersten Montag im Monat sprechen und meditieren wir zu Themen rund um die Berufung.

 

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Wie du dem Zähneknirschen vorbeugen kannst

Versuche die zu beobachten, wann du mit den Zähnen knirscht. In Zeiten, wenn du besonders gestresst bist? Oder besonders gelangweilt? Hat dich jemand sehr wütend gemacht und du hast nichts gesagt, sondern die Zähne zusammen gebissen? In Nächten, in denen dir vor dem Einschlafen viele Sorgen durch den Kopf gegangen sind und du schwer an etwas zu beissen hast? Wenn du es bemerkst, sobald du mit den Zähnen knirscht, ist es auch möglich herauszufinden, was dich in diesem Moment gerade dazu bringt.

 

Sobald du es bemerkst:

  • Entspanne bewusst deine Kiefermuskeln
  • Massiere deinen Kiefer von den Ohren hinunter bis zum Kinn
  • Atme 3x tief und langsam ein und wieder aus
  • Ich nehme auch gerne mal einen Bleistift (oder etwas ähnliches) zwischen die Zähne: nicht die optimalste Lösung und führt zu chic zerkauten Stiften ;-) Aber besser, als meine Zähne weiter abzumahlen.

Wenn du eher nachts knirscht, kannst du dir vor dem Zubettgehen aufschreiben, was du heute alles erledigt und geschafft hast. Uns drehen nämlich meisten die Dinge im Kopf, die noch auf der To Do Liste stehen und Stress verursachen. Aufzuschreiben, was du alles erledigt hast, kann sehr beruhigend sein. Ebenso eine kurze Entspannungsmeditation oder Yoga Nidra Übungen.

 

Wir alle kennen stressige und belastende Zeiten, durch die man hindurchgehen muss. In diesen Zeiten ist es umso wichtiger, gut zu dir zu schauen, Pausen zu machen und dich bewusst zwischendurch zu entspannen. Durchalten können und etwas zu Ende bringen ist eine Stärke. Dabei darfst du aber liebevoll mit dir sein und jedes Mal, wenn du bemerkst, dass du beginnst, dich zu quälen und „verbissen“ die Zähne zusammen zu beissen, frage dich: Wie wird es jetzt gleich leichter für mich?

 

Tief durchatmen und alles Liebe für dich!

 

Von Herz zu Herz

 

Nadine

 

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