Die Intensität des Lebens! oder: "Hosen runter" Teil 2

Vor Kurzem hat mir jemand von seiner besten Freundin eine Geschichte erzählt. Diese besagte Freundin ist depressiv, leidet unter Angstzuständen, trinkt viel und konsumiert andere Drogen. Nun hat sie sich entschlossen, sich eine Auszeit zu nehmen und das Meditieren zu lernen.

 

Ich war baff! Was für ein Richtungswechsel!

Die Geschichte hat mich beschäftigt und ich habe lange über das Thema Drogen, Bewusstsein und Leben nachgedacht. Ich kann absolut nachvollziehen, dass einem zwischendurch alles zu viel wird und man einfach mal den Knopf zum Abschalten drücken möchte. Mir ging es früher oft selber so. Doch irgendwann habe ich die Illusion darin erkannt und mich echt erschreckt.

Ich kann andere Menschen sehr gut wahrnehmen, weit über das Körperliche hinaus. Menschen, die Drogen konsumieren, nehme ich wahr wie Lichtschalter. Mal sind sie „on“, mal sind sie „off“. Und mit „off“ meine ich, dass ich sie nicht mehr wahrnehmen kann. Sie haben sich komplett von sich selbst abgespalten und ich sehe nur noch die körperliche Hülle. Die Essenz, die Seele oder wie auch immer du es nennen magst, ist weit weg.

Die Illusion dabei? Dass man glaubt, dass dies das echte Leben sei. Dass man in diesem Moment, in diesem Rausch, so intensiv zu fühlen glaubt und denkt, mitten im Leben zu sein. Verkehrte Welt, oder? Vor der Intensität des Lebens flüchten, um wirklich zu fühlen? Oder vor dem Leben flüchten, um nichts mehr zu fühlen? Manchmal macht es mich sehr traurig, dieser Illusion zuzusehen. Aber erkennen muss es jeder selbst. Ich war auch Meister im Davonlaufen und gebe zu, dass ich auf meine Art immer noch manchmal lieber davonlaufe, als etwas auszuhalten.

 

Ich nehme hier das Beispiel mit den Drogen aufgrund der Geschichte, aber davonlaufen und sich abspalten geht auch anders. Durch extremes TV schauen, Computerspiele spielen, Online-Shopping, übermässiges Essen, Davonlaufen im geografischen Sinn ... du weisst vermutlich selbst, welches deine persönlichen Fluchtmechanismen sind ;-)

 

Ich habe für mich erkannt, dass das echte Leben intensiv ist! Dass ich es annehmen möchte, dass ich leben, fühlen und spielen will. Und zwar ganz bewusst und in meinem Körper. Ich sage bewusst „intensiv“, denn den Stempel der Bewertung, ob dieses intensiv nun gut oder schlecht ist, drücken wir selber drauf.

Daher bin ich berührt von oben genannter Geschichte. Denn die Meditation ist das Gegenteil von Abspaltung und Davonlaufen. Durch die Meditation finde ich einen Weg, auch im intensivsten Sturm des Lebens Ruhe zu finden. Eine Ruhe, die tief in jedem von uns steckt und zu der wir immer gehen können. Der Weg dahin ist über Meditation lernbar.

 

Wenn ich also heute drohe vom Leben davongespült zu werden, wenn alles so intensiv ist, dass ich glaube zu zerspringen, dann werde ich nicht mehr hektisch. Ich gebe dem Impuls davonzulaufen nicht mehr gleich nach. – Ich werde ruhig. Ich lasse mich in mich selbst hineinsinken. In meine Ruhe. Dort harre ich aus, bis sich der Sturm legt oder bis ich Gummistiefel und Regenmantel gefunden habe und bereit bin, mich dem Sturm zu stellen.

 

Bist du mutig, dein Leben in all seiner Intensität anzunehmen? Bist du bereit, zu leben?

 

Von Herz zu Herz

 

Nadine

 

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